5 Uhr, Sonnenaufgang, die Vöglein beginnen zu singen und der Verkehr auf Highway 1 nimmt wieder Fahrt auf – und gefühlt alles zusammen mitten in unserem Dachzelt… an Schlaf ist nicht mehr zu denken. Wir wollten Trans-Canadian-Highway, wir bekamen Trans-Canadian-Highway. Nur Kampieren tun wir demnächst doch lieber etwas abgelegener.
Zwei Stunden, der vermutlich irgendwie gesetzlich vorgeschriebene Globetrottels-Warmlaufzeit, später sind wir wieder on-the-road, gut 600 Kilometer sind geplant, unsere bislang längste Etappe. Schnurgerade, ebene, autobahnartige Straße, kaum Verkehr, alles supi, der Bulli schnurrt, raus aus Manitoba, nächster Bundesstaat: Saskatchewan.
Nächster Zeitzonensprung, wieder eine Stunde gewonnen, und jetzt 8 Stunden hinter der Heimat zurück.
Vor uns die Prärien. MarcoPolo schreibt: „Das Klischee vom Brotkorb Kanadas kommt nicht von ungefähr. Es ist ein ganz besonderes Kanada-Feeling, stundenlang auf dem Trans-Canada-Highway durch wogende Weizen- und Rapsfelder der gewaltigen Ebene zu fahren – alleine den fernen Horizont im Blick„.
Für wogenden Weizen und Raps ist’s wohl noch zu früh im Jahr, ansonsten kommt das in etwa hin.
Stopp im Außenbezirk von Regina, vermutlich der Landeshauptstadt mit den wenigsten Sehenswürdigkeiten ever. Eine davon wären die hier berüchtigten Gewitterstürme, stattdessen gibts heute aber bloß Nieselregen. Dawat Indian hat geschlossen, statt indischem Fastfood gibt’s bloß Kaffee bei Hortons. Frisches Motoröl und Nagellack kaufen bei Walmaart, Pommes auf die Hand… Stadtbesichtigung beendet.
Der Bulli pfeift und heult wieder vorne rechts, fast so laut wie damals in Trier. Wir hoffen, daß es ihm einfach in der Prärie ein wenig zu warm geworden ist, mehr als gut Zureden und ein Extraschlückchen 10W40 können wir wohl gerade nicht für ihn tun. Außer ein paar indigenen Gesängen anstimmen vielleicht, das heben wir aber noch für morgen auf. Um uns selber damit zu trösten…
80 Kilometer bis Moose Jaw, in der schnuckeligen Kleinstadt hat’s einen Campingplatz, wir ergattern den letzten freien Platz. Nicht gerade ein gigantisch-schöner Nationalpark-Campground, für eine Nacht aber praktisch und nett – und mit viel Spaß-Faktor, den Kanadiern beim Wochenend-City-Campen zuzugucken…
Statistik nach 4 Wochen On-the-Road:
- 19 Camps
- 1 Pfarrer-Engels-Heiliger-Ort
- Bären: 2 Schwarz ein Wasch
- Reichlich Biber und Eichhörnchen.
- 6342 Kilometer gefahren
- 484 Liter Diesel, 1/2 Liter Kühlwasser und 9,5 Liter Motoröl für den Bulli
- 1 Monsterdose Mückenspray versprüht
- trotzdem gefühlt 2000 Moskitostiche abbekommen
- 12 Gigabyte Datenvolumen versurft
- 1 Handy zerstört







Dass IHR durchhaltet, ist mir schon klar. Übertragt Euren Enthusiasmus und Optimismus bitte auch auf den Bully. Er muss auch mitmachen! Ruhe gönnen nach mehr als 6000 km wäre nicht schlecht. Für alle Beteiligten. DeP.
Liebster de Pabels!
Die Rockies sind nicht mehr weit. Dort gibt es für alle eine Pause. Wir freuen uns drauf.
Deine Nani