Frühstück bei Tim Hortons. 340 Kalorien Blaubeer-Muffin und 240 Kalorien Boston Cream Donuts, gemeinsam mit dem Cappuccino sollte das als erste Stärkung reichen. Kurzer Plausch mit den freundlichen Rentnern am Nebentisch, unser Tagesziel Cape Breton ist wohl wirklich die schönste Gegend der Welt: »God made the Carbot trail and when he saw it he decided, it was perfect«. Nur die Sache mit dem Schnee sollten wir ernst nehmen.
Highway 104, auf dem Trans Canadian Highway gen Osten – in umgekehrter Richtung werden wir noch ganz viel davon bekommen. Der Ölnachschub hat dem Bulli offenbar gut getan, das jammernden Geräusche ist weg. Oder liegts am Dröhnen der Trucks, die wir am Berg ausbremsen?
Nächster Kaffeestopp bei Tim Hortons gleich neben der Deutschen Bäckerei, zwei Sikhs zelebrieren am Kaffeeautomaten eine spirituell anmutende Zeremonie – die Warterei lohnt sich, der Cappuccino schmeckt göttlich… Inspiriert von soviel Ruhe entscheiden wir, es heute ebenfalls entspannt angehen zu lassen, bis ans nördliche Ende zum Meat Cove müssen wir es heute nicht mehr schaffen sondern gönnen uns nochmal einen Campingplatz. Im Finden geöffneter Campgrounds sind wir mittlerweile Experten. Unter anderem spricht ja auch der Wetterbericht eher gegen Freistehen auf einsamen Klippen…
Eine Stunde, eine Firstnation-Community, mehrere Graupelschauer und einen Adler später erreichen wir nach beschaulichen 125 Tageskilometern MacKinnons Campground am Lake Ainslie. Campingplatz-Chef Michael hat Mittagspause, wir suchen uns unser Plätzchen am See selber aus. Einparken mit dem Heck gen See und Windstärke-5-Schneeregen – fein im Windschatten eines der verlassenen Monsterwohnwägen, neben denen sich der Magic Bus wieder einmal extrem winzig anfühlt.
Check-In bei Michael. Ob wir den Cabot Trail fahren wollen? Die Sache mit dem Schnee – sehr ungewöhnlich für diese Jahreszeit – ist wohl ein wenig kompliziert, ein Teil der Route ist heute gesperrt, von den verschneiten Webcam-Bildern zeigt sich selbst unser gälisch sprechender Campingwirt einigermaßen beeindruckt. Unsere Pläne für morgen überdenken wir dann wohl nochmal…
Besorgte Whats-App-Nachfrage bei Tobias, unserem jungen Platznachbarn vom Norse-Cove-Camping, der letzte Nacht in der Meat Cove verbringen wollte: Er hat es noch rechtzeitig vor dem Schnee rausgeschafft und ist in Sicherheit.
Und dann zieht der Adler von Vorhin an uns vobei in Richtung untergehender Sonne…








So, nun beginnt Kanada, Kanada zu sein. Schnee im Mai, traumhafte Landschaft, Hagel und Adler. Abenteuer pur. Chilled ab an diesem See. Übrigens, Kanada hat mehr Seen als alle anderen Länder dieser Welt zusammen!
<3
…und auf einem der abertausenden sind wir mal Banane gefahren. Das weiß sogar ich noch. <3