Unterwegs im Magicbus

Autor: Chouchou (Seite 5 von 5)

Provence, une amour

Weiter gehts! Um uns unglücklich zu machen könnten wir auch feststellen, dass die Zeit für die Heimreise gekommen ist – tun wir aber nicht sondern freuen uns lieber, dass uns unser Roadtrip mit Bulli heute aus der unerwartet schönen Cote d’Azur weiter in die Provence führt. Provence, wir oft waren wir schon da, Sehnsuchtsregion und Erinnerung an traumhafte gemeinsame Campingurlaube, das Wiedersehen ist längst überfällig…

Der Campabbau läuft dermaßen reibungslos, dass er traurigerweise keinerlei Material zum bloggen hergibt. Also müssen nochmal die Flamingos ran, Wildlife und süße Tierchen sind immer gut, und heute präsentieren sie sich zum Abschied von ihrer schönsten Seite:

Zurück auf der Küstenautobahn A50 gen Westen, böse Erinnerungen an dem Daily seine Reifenpanne auf der Rückfahrt von Weltreise-Teil-1, glücklicherweise haben wir heute weder Sonntag, noch einen LKW oder Reifenplatzer, so sparen wir die gut 1.000€ für Autobahnservice locker ein. Leicht verdientes Geld, finden wir.
Hinter Aix runter von der Autobahn, Provence voraus, rein in den Luberon. Erstes Ziel: Lourmarin:

Albert Camus hatte hier sein Nobelpreisgeld in ein Häusschen investiert – absolut ein Sympathiepunkt für den Existentialismus! Am Grab schnell das erinnerte gegoggelte Camus-Zitat rezitiert:

Das Reisen, das gleichsam eine höhere und ernstere Wissenschaft ist, führt uns zu uns zurück.

Zum Philosophieren bleibt aber keine Zeit, ein schnelles Photo noch:

Kaffee für uns, 1/2 Liter Öl für den Bulli, und wir sind wieder en route. (Fast) grenzenlos ist mittlerweile unser Vertrauen in den Bus, der sich tapfer im 2. Gang die engen Gebirgsstraßen hochackert. Das vor Trier noch so beängstigende Pfeifen vorne rechts bleibt nicht gänzlich aus, bereitet aber keine übermäßige Sorge mehr.
Nächstes provenciales Traumdörfchen: Bonnieux, heute für uns nur Durchfahrtsörtchen, zu knapp auch die Zeit für Apt, in Gordes reichts immerhin für ein Driveby-Bildchen:

Das Navi hat längst die Orientierung verloren, aber Chérie weiss wo’s lang geht, viel abenteuerlicher waren die Straßen damals im Himalaja auch nicht:

Und dann liegt es vor uns, das Kloster von Senanque mit seinen 8 Mönchen, definitiver Holyplace, wenn auch von Pfarrer Engels sträflich vernachlässigt. Unser wievielter Besuch hier, der vierte?

Die Lavendelfelder heute ganz winterlich mal nicht in strahlendem Lila, perfektes Photolicht erwarten wir hier schon gar nicht mehr, die Kirche ist wegen Renovierung geschlossen, macht aber nix, wir lieben diesen Ort!

Weniger lieben wir die folgenden Sträßchen, der Daily hatte hier bei der Probetour 2015 mit seiner kaputten Kühlung schwer zu kämpfen. Während der Bulli sich heute ohne zu Murren im 2. Gang die Berge hochkämpft kamen wir genau hier damals mit glühendem Kühler grandios zum Stillstand:

Eine Stunde und gefühlte 100 Kreisverkehre später Check-In auf dem Campingplatz La Pinéde in Mondragon, am äußersten Rand der Provence:

Provence. Une amour.


PS: Das Photo der todmüden vom Hochdach herunterhängenden Chérie-Teile vom Vorabend – die zwei Spaziergänge waren vielleicht doch etwas anstrengend gewesen – darf hier auf gar keinen Fall fehlen:

Sonntagsspaziergang, Flamingos und keine Poesie

Die gute Nachricht zuerst: Die am Vorabend von Chérie mit Zen und Kronenbourgblech instandgesetzte Standheizung verrichtet ohne zu murren (resp. zu stinken) ihren Dienst. Und heute bloggt Chouchou, das ist die weniger gute Nachricht, heute also weder Poesie noch Emotionen. Die brauchts aber auch nicht, mehr als zwei Spaziergänge gab es nicht (bis auf ein wenig Poesie, ein paare Emotionen und zwei Pizzas, aber das tut nichts zur Sache).

Spaziergang Nummer eins führte uns binnen sechs Stunden immer an der fjördigen Küste entlang über krakselige Trampelpfade halb um unsere Insel (die Poetin hätte “presque ille” geschrieben), mahnte uns dezent, an unserer eher mäßigen Kondition zu arbeiten und läßt sich vermutlich als “Traumpfad zu den schönsten Buchten der Côte d’Azur” deklarieren. Eine extrem anstrengende Angelegenheit.

Spaziergangsziel Nummer zwei waren die Flamingos. Die zwar nicht unsichtbaren, aber doch sehr kleinen, weil weit weit weg, Flamingos. Aber wir haben sie gesehen. Emotionen wären an dieser Stelle eventuell möglich, aber die stehen dank mittlerweile schlimm schmerzender Füße hier nicht im Vordergund.

Und die Pizzen bedürfen tatsächlich auch keiner besonderen Erwähnung, damit war’s das hier. Bon nuit.

Probecampingprobeblog

7:30 Weckerklingeln, Tollwutimpfkater, verdammt, die zweite Bulliprobecampingtour fängt ja toll an. Hilft aber nix, der Bulli hat von der Werkstatt grünes Licht bekommen, da kann Chouchou jetzt nicht den sterbenden Schwan geben.

3 Kaffee später frieren wir uns bei Minusgraden die Finger ab, Heckträger und Dachbox anschrauben, prima Gelegenheit, die Standheizung auszuprobieren. Läuft, alle Finger gerettet.

Nächster Kaffee, Bulli beladen, mit komplettem Weltreiseequipment plus ein paar Extras, erstaunlich, aber alles passt rein – sehr gut für die Laune! Ein Uhr Abfahrt, Südfrankreich, wir kommen. Mit 80km/h gen Süden, bergauf auch gerne mal mit 60, LKWs ziehen locker an uns vorbei, der Bulli gibt sein bestes.

Trier voraus: Das desaströse Ende unserer letzten Bullitour, der Bulli hält tapfer und ohne Geräusche-des-Todes durch, durstig nach billigem Diesel in Wasserbillig. Und schon sind wir in Frankreich, vorbei an Metz, auf nach Pont-a-Mousson, damals den Globetrottels ihre Pilgeretappe, jetzt unser erster Stellplatz auf der Route de Soleil. Checkin nach Sonnenuntergang, angesagte Minus 6 Grad für die Nacht, 1/2 l Öl für den Bulli, japanische Nudeln für uns. Alles schön, alles gut.

Und dann noch die Sache mit dem Bloggen. Wie ging das nochmal? Linear und stakkato läßt zumindest noch genug Luft nach oben…

Der Bulli darf USA

Nächster Milestone (Anglizismus hier ausnahmsweise erlaubt): Der Bulli hat EPA, die Einrollerlaubnis für kleine Stinker in die USA…

„Exemption for a nonconforming vehicle“…

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