Der Jetlag drückt uns morgens lange in die Kissen. 8 Grad und Nieselregen tun ihr übriges: vor halb zehn wird heute nicht aufgestanden. Whitehorse -einer unserer Schicksalsorte-kann warten.
Bis elf gibt es dann erstmal siebzehn Kaffee: der Kocher brummt fröhlich im Regen vor sich hin, ein tröstliches Geräusch. Ab halb zwölf sind wir bereit für Eier und die Sonne kommt ein bisschen raus.
Es ist gut, dass diese Reise, unser Yukon 2.0, an einem bekannten Ort beginnt. Der große Überblick fehlt eh, es fällt damit zumindest leichter, einen Blick für die kleinen Wunder zu haben.
Wir spazieren am Yukon entlang in Richtung Downtown und entdecken Feenhäuschen am Wegesrand.
Auf der SS Klondike tauchen wir in die Zeit des Goldrausches ein. Passt, wenn man der Meinung ist: Früher war alles besser. Alte Kisten auf altem Dampfer flüstern von alten Abenteuern für die wir momentan selbst zu müde sind. Stellvertreterlebenssehnsucht. Ein Hauch Vergangenheit, der gut tut und zum Träumen einlädt.
Im zauberhaften Buchladen auf der Mainstreet können wir uns langsam wieder eingrooven auf den Geist des Yukon – „greater than life“. In der Auslage liegt ein Kochbuch für Cariboufleisch „von Geweih bis Huf“. Und danach ab zum Yukon Hiking im Kluane Nationalpark. Nur auf dem Papier, versteht sich.
Am Foodtruck genehmigen wir uns die einzigen vegetarischen Burger mit so vielen Pommes, dass selbst ein Elch davon satt werden könnte. Einer der stadtbekannten Junkies schnorrt uns mal wieder um einen „Loonie“ an. In seinem Leben scheint in den letzten sechs Wochen nicht allzu viel passiert zu sein.
Zurück auf unserem Milleniumtrail, zurück nach Hause zum Magicbus, grüßt uns eine gut getarnte Libelle auf einer Infotafel. Oben drüber nisten Weißkopfadler. Kleine, große Wunder des Lebens eben. Die Schönheit dessen ist unübersehbar. Selbst in Trauer.
Am Nachmittag bereiten wir den Magicbus für die morgige Abfahrt vor. Wasser zapfen, Reifen pusten, endlich wieder fegen, bevor es morgen nicht nur auf dem Papier zum Yukon Hiking in den Kluane Nationalpark geht, kurz vor Alaskas Grenze, raus aus der schützenden Decke der Zivilisation, rein in die Wildnis.
Zurück in ein Leben auf Reise. Zurück zu Pitstoiletten, in endlosen Wald, ohne Internet. Vielleicht für einen Moment hinein in Richtung kurzen Abschaltens!? Und damit sind nicht nur Daten gemeint…









Huhu liebe Globetrottels, hier schreibt das stadtbekannte Phantom!
Schön, dass Ihr trotz des schweren „Auszeit- Grundes“ wieder die Reise fortsetzt und auch diesen Blog hegt und pflegt.
Es mag sicherlich egoistisch und vielleicht der Situation unangemessen erscheinen – aber ich lese diesen Blog sehr gerne und reise in Gedanken mit Euch!
Traditionsgemäß lese ich Euren Blog taggleich meinem werten Eheweib vor – so sind es dann bereits zwei treue (virtuell- imaginäre) Reisebegleiter, die Euch folgen – durch Dick & Dünn!
Liebes Phantom!
Es ist überhaupt nicht egoistisch und fühlt sich für uns prima an, dass Ihr zwei —durch dick und dünn— mit uns mitreist. Und die ganze Zeit —durch dick und dünn— mitLEBT! Danke dafür!
Speziell für Dich folgen nun auch wieder konkrete Platzangaben, wenn wir sie haben sollten.
It‘s great not to travel these lonely roads alone!
Von Herzen,
Eure Globetrottels