Heute ist der Sumpf dran: in Mariellas Ruderboot. Fast wie von estnischen Moorgöttern herbeigerufen, passt das bestens zu Chouchous angeschlagenem Gesundheitszustand, denn Mariellas Boot liegt bereits abfahrbereit am Steg. So müssen wir unser Das Bøøt gar nicht aufpusten, wir dürfen uns nur bequem selbst zu Wasser lassen. In baltischem Hartplastik.

Zwei Stunden lange paddeln wir durch torfige Wasser, durch eine Landschaft, die scharf in die Everglades erinnert, es wäre nicht sehr verwunderlich, wenn plötzlich ein Alligator seine Schnauze heben würde im dichten Schilf.

Ein paar Libellen fliegen vorbei: in blau und pink, kleine Fischchen springen Pirouetten über dem tiefbraunen Nass, wir rühren altes Seegras auf, das kiloschwer an den Rudern hängt.

In wilden Kurven schlängeln wir uns gegen den Wind flussaufwärts voran, um uns nach zwei Kilometern stromabwärts bequem nach Hause zurück treiben zu lassen.
Pure Meditation – mit einer perfekten Blase danach – die schönste ihrer Art, die die Welt je gesehen hat.

Zurück an unserem Holidaypark sind alle anderen abgereist, mal wieder gehört das gesamte Areal nur uns.
Wir snacken frische Äpfel vom Baum und auch zum Abend gibt es erneut Genesungsküche.

Eine Stunde schaukeln und Musik hören auf meinem Lieblingsplatz: dem Hängesessel am Fluss.
Jahrzehnte lang habe ich vergessen, wie sinnstiftend es ist, so seine Zeit zu verbringen: mit lebenslustiger Musik auf den Ohren sich im Kreis drehen lassen und das Gefühl zu haben, endlich fliegen zu können. Schneller als die Mücken, die es in Estland wirklich ernst meinen. Deshalb schaukelt auch Thermacell mit.

Ein schneller Dip im schwarzen Fluss, zweimal mit Autan einsprühen, sieben Mal Stiche wegbrennen und schon wird es auch schon wieder dunkel.
Ein echter Ferientag in Estlands Everglades…