Was gestern noch geschah:
Das Campfeuer hat dank Chéries Pfadfinderinnenskills irgendwann mit dem Qualmen aufgehört. Und dann kam der Waschbär. Im Stockdunkeln direkt neben dem Magicbus. Kurzer Moment der Todesangst, verzweifelte Suche nach dem Bärenspray (sinnlos, da tief im Bulli vergraben) und der Taschenlampe, wie ging die nochmal an?… und dann sitzt er da, offensichtlich angepisst von dem Streß, den wir da machen… um dann mit augenscheinlich schlechter Laune davonzudackeln…
Zurück zu heute:
Chérie ist froh, die Nacht ohne weitere Bärenattacken überstanden zu haben. Dafür zum Frühstück der nächste Wildlife-Besuch, ebenfalls nur mäßig zutraulich, dabei sollte er eigentlich dankbar sein, dass wir nicht direkt auf seinem Höhleneingang geparkt haben! Was für ein Tier er nun ist verrät er uns leider nicht.
Wie nun weiter? Eigentlich würden wir gerne noch eine Nacht hier bleiben, geht aber nicht, weil langes Wochenende in Kanada, irgendein Nationalfeiertag, unser Plätzchen zwischen Waschbär und Was-auch-immer-Tierchen ist bereits ausgebucht. Also weiter nach Westen, zum Algonquin-Park, mit etwas Glück ist’s da ja auch schön…
Fährefahren über den Ottawa-River:
Stau bei Ottawa, nach 100 Kilometern erster Stop mit randvoller Blase bei Cabela’s, Gas und Mückentot kaufen:
Schnell noch stylish den Bulli volltanken, wir sind in Ontario, Diesel für 1,48$ pro Liter (knapp 1€), für die Kanadier sündhaft teuer, für die Globetrottels ein Schnäppchen.
200 Kilometer endlose Landstraße, auf der Route 60 durch die traumhaften Wälder und urige Dörfchen Ontarios.
16:30 Chéries Frustrationstoleranz beim Versuch, bei eher mäßigem mobilen Internet on the road einen Campingplatz zu buchen ist aufgebraucht.
17:00 Trost durch Großeinkauf im letzten Dörfchen vor’m Nirgendwo.
17:30 Uhr Einfahrt Nationalpark, Algonquin Provincial Park, das Büro am Gate hat unerwarteter Weise noch geöffnet. Camping geht nur mit vorheriger Reservierung, das übernehmen die netten Rangerinnen aber gerne für uns, auch wenn eigentlich alles ausgebucht ist – langes Wochenende und Frühlingsbeginn, ganz Kanada will in die Natur. Ein einziges Plätzchen (von tausenden) ist noch frei… „Yes!!!!“, das nehmen wir…
Der Two-River-Lake-Campground bei einsetzender Dämmerung und Regen: Hunderte von Zelten, Wohnwägen und RVs im riesigen Waldgebiet, und ganz hinten am Fluß noch ein freier Platz: Unserer!
Campen mitten im kanadischen Naturpark hatten wir uns naiverweise einsamer vorgestellt – und trockener: 2 Tage ergiebiger Dauerregen sind angesagt. Aber wir hätten uns ja auch vorab klug machen können, dass es an diesem Wochenende wirklich ganz Kanada in die Wälder zieht…
Erstmal lecker kochen:










