Bottenwieck, den nördlichsten Ostseebusen, der im Winter gänzlich zugefroren ist, verlassen wir mit aufgeatmeten Herzen. Dieser Ort ist so schmeichelnd zu unseren Seelen gewesen, dass wir es dem sympathischen Menschen an der Camptheke bei Abfahrt explizit nochmal unter die Nase binden müssen: was für einen „good spirit“-Ort er hier geschaffen hat.
„You make my day“, sagt er und wird rot. „And you –seriously– made ours!” Am liebsten hätten wir einander nun wohl umarmt – fällt mir auf, als ich trottelig über die Türschwelle stolpere.
Letzter Stopp in Schweden ist der Maxi ICA an der Grenze zu Finnland.
Da unsere Vorräte gänzlich leergefuttert sind, treten wir mit dem großen Einkaufswagen an. Wie gut, dass wir obendrein hungrig sind – dann vergessen wir garantiert gar nichts.
Tubenkäse, Knäckebrot, Toscabullars, vegane Kaviarpaste türmen sich über Mückenspray, Vanillequark, Blaubeeren und Krümelkaffee, bevor wir beginnen, den Wagen richtig voll machen. Zu unserer unterzuckerten Verteidigung sollen die zu erwartenden Preise Finnlands dienen. Zwar nicht ganz so hart wie in Norwegen, heißt es, aber trotzdem deutlich teurer.
Eine Kirche, ein Nordkapschild und schon sind wir da:
Finnland. Suomi.
Das Land mit der Sprache, die in jedem Wort mindestens einen Doppelbuchstaben zu haben scheint.
Kein Globetrottel ist je hier gewesen. Entsprechend euphorisch fällt unsere Grenzkreuzung aus: im Magicbus wird laut jubiliert – auch wenn uns kein Zöllner in Empfang nimmt. (Gott sei Dank!)
Die ersten hundert Kilometer Finnland, die wir in unserem Leben durchrollen sind entspannend gleichtönig. Sehr heiße Sonne auf sehr vielen Birken, eine Menge Wald neben sehr feiner Straße. Die Elchschilder haben Finndesign – als sähen die Elche anders als in Schweden aus. Nur „Viltstängsel“ hat es hier –anders als im Nachbarland—keinen einzigen: Moose roaming free in Finnland.
Unser erster Stopp in diesem Land soll kurz hinter Rovaniemi sein: auf dem Napapiirin Saarituvat Camp.
Eine dunkelhaarige Schönheit heißt uns willkommen – ganz und gar nicht so knurrig, wie man es den Finnen angeblich so nachsagt, sondern eher nordisch elegant, freundlich-zurückhaltend mit einem Hauch von Arktis. Einen Kilometer vom Polarkreis entfernt.
Am Fluss Kemijoki parken wir in erster Reihe ein. Nach 30 Minuten mit aufgespannter Bergerplane, da die Sonne so knallt. Ein bisschen verrückt ist das schon: da rollte man dem mitteleuropäischem Sommer knappe 2000 Kilometer nach Norden davon und fängt sich einen Sonnenbrand am Polarkreis, wenn man nicht aufpasst.
An unserem ersten finnischen Nachmittag teilen wir die Freude der Finnen über diesen unglaublichen Sommertag: Finnen zu Jetski, Globetrottels ohne alles zu Wasser.

Schwimmen in einem finnischen Fluss – das habe ich noch nie gemacht. Und es ist noch tausend Mal besser als erwartet….











