Wir drücken zwei Tage lang den Reisepauseknopf. In einem Traum von Schweden: am Flåsjön See, am Vildmarksvägen, im Sonnenschein.
Dreimal muss das Bøøt zu Wasser gelassen werden.

Am ersten Tag auf ruhigen Wassern. Wir paddeln über den spiegelglatten, tiefschwarzen See und erobern Globetrottels Dreiländ, das mit alkoholreduziertem Heineken im Abendsonnenschein geweiht wird. Um uns herum eine Wildnis, die schweigt. Es ist so ruhig, dass es in den Ohren dröhnt. Nur einmal kreischt ein großes Unbekanntes am anderen Ende des Sees. Wie Wolf mit Gans im Abgang. Vollkommen undefinierbar.

Am zweiten Tag sammeln wir Sturmerfahrung. Das Bøøt reckt auf hohen Wellen die Schnauze in die Höhe und schlägt hart wieder auf. Paddeln mit wackeligen Oberärmchen gegen den Wind. Eine Sporteinheit –zweifelsohne. Erneut muss Globetrottels Dreiländ als sicherer Pausenhafen herhalten. Zweite Weihung mit Cola und Fanta. Macht zusammen böigen Spezi.
Beim Sprung ins kalte Nass bekommt der Neoprenanzug seinen zweiten Auftritt. Ohne ist selbst mir das hiesige Wasser viel zu kalt. Statt aktivem Schwimmen professionalisiere ich eine viertel Stunde das „Toter Mann“ spielen im Olympiadress. Und belege Gold – weil ich die einzige, angetretene Athletin bin.
Die Drohne startet zu ihrem ersten Ausflug auf dieser Reise. Auf unserem Haussteg stehend beobachten wir gespannt ihren Abflug, der nur knapp die Bäume verpasst. Hoch oben gehts ein bisschen hü, ein bisschen hott, scheinbar harmlos. Ihr wahres Gesicht aber zeigt sie auf dem Weg zurück zu Mutter Erde: anhand einer Attacke, die nur auf reiner Boshaftigkeit fußen kann.

Im Landeanflug steuert sie geradewegs in meine Visage. Nur durch ein geschicktes Ausweichen wird ein dortiges Häckseln abgewendet, aber die Drohne lässt nicht von mir ab. Als nächstes steuert sie meine Hände an im Versuch, mit allen Mitteln einen der kleinen Finger gewaltsam abzureißen. Teufelsding, meint auch Chouchou, der fassungslos über so viel schlechtes Drohnenherz die Steuerung sinken lässt.
Die Bachstelze, die uns aus Vålådalen heimlich gefolgt ist, staunt nicht schlecht, dass damit unser Wochenendsportprogramm noch lange nicht beendet ist. Irgendwann joggt Chouchou los ins nächste Dorf und als gar niemand guckt, werden eine paar Liege gestützt, ein bisschen Yoga auf dem Steg praktiziert und der surrende Hullahoop geschwungen. Bis dass der Puls auf 180 ist.
Wer sich so wacker bewegt, muss natürlich gut essen. Für uns gibt es Broccoli, Kartoffeln, veganes Gyros und Salat, nur der Magicbus muss sich mit reinem Sonnenlicht zufrieden geben. Und natürlich noch etwas mehr Öl. Unsere Köpfchen werden mit Literatur befüllt – auch die sollen mal wieder satt werden.
Weil wir Feuerchen machen dürfen, machen wir natürlich auch Feuerchen. Jeden Abend, direkt am See. Direkt vor unserer Haustür am Steg.
Ein Wochenende voller glücklich machender Momente: Unberührte Natur, weiche Sonne, ausreichend Bewegung, echte Stille, inspirierendes Lesen, schöne Telefonate, gutes Essen, von einem Vögelchen begleitet werden. Und: Liebe natürlich.
(Das mit der Drohne sei lediglich ein Unfall gewesen. Ehrlich, sagt Chouchou.
Szenen einer Ehe – die dürfen natürlich auch nie fehlen…)















