Ein weiterer Urlaubstag.
Das Wetter meint es gut mit uns: bis zwei regnet es wie aus Eimern, wir dürfen also lange eingekuschelt bleiben, den Tröpfchen auf dem Bullidach lauschen, viele Kaffee bei bollernder Heizung trinken, lesen, ein Reh beim Spaziergang durchs trockene Hafenbecken beobachten und Podcasts hören.

Ab zwei reißt der Himmel auf. Also machen auch wir uns los, heute wirklich nur auf einen Spaziergang. Einmal dem Pazifik Hallo sagen.

Dorthin geht’s durch die schönste Straße des Orts: den Rainforest Drive.
Dürfte ich eine Traumstraße entwerfen, dann wäre es eine wie der Rainforest Drive:
Mitten im Urwald stehen vereinzelte Häuser zurückgesetzt, alle organisch designt, meist autark und nachhaltig gebaut, sich unauffällig in die Landschaft einfügend. Meist mit kleinen Gewächshäusern daneben. Für Kanada so unübliche Rad-und Gehwege, beidseits von wildem Bewuchs beschützt, auf der Straße stehen keine Autos, es fährt auch keines.

Ein Reh spaziert durch einen Vorgarten: mit Nichten scheu, mit der Gewissheit, dass ihm nichts passieren kann. Stille zwischen alten Bäumen, eine surreale Szenerie. Und dann spuckt die Straße einen direkt am Ozean aus.

Traumwohngegend. Und sicherlich unbezahlbar. Das Durchflanieren und Träumen aber ist kostenlos.

Nachdem wir mit Blick auf den Pazifik still noch einige Stunden weiterträumen, passiert auch nicht mehr viel.

Zurückflaniert durchs Dörfchen im Sonnenschein, Leckrigkeiten eingekauft, die Beute mal wieder in unseren sicheren Hafen zurückgetragen. Die Boote dort sind heute auch faul: in Ukkes Hafen regt sich genauso wenig wie in und um den Magicbus. Es passt.
Heute wird es Nüdelchen geben. Und noch ein Buch. Und einen Film. Neben dem, der vor unseren Fenstern läuft: fauler Hafen im Abendsonnenschein.
Nur das Plappern der Nachbarn durchschneidet die Ruhe – damit man nicht allzu sehr ins Träumen verfällt.