Geschmeidig kommen wir um 10h los, die Altstadt Ribes winkt uns von weitem „farwel“. 270km weiter gen Norden durch sonnig-grünes Hügelland mit Herzkirsche bis Aalborg.
Am Yachthafen parken wir für die Nacht ein, einen Steinwurf von der Stadt entfernt. Strom können wir für 3 Euro zapfen –ein gänzlich undänischer Preis—problemlos: sehr dänisch. Nur an den Toilettentüren zappeln wir uns doof, also müssen wir uns durchs Hafenviertel fragen. Nach zwanzig Minuten kennen wir die Hälfte der Skipper und wissen zumindest, wie wir in die Toiletten 300 Meter weiter mit einem Code gelangen. Schiff ahoi, jetzt können wir die Stadt besuchen.
Stadtbeschreibungen sind langweilig, daher nur so viel:
Aalborg ist aufregend unaufgeregt und menschenfreundlich. Der Blick aufs Wasser für Wohnungen, statt Startup-Unternehmung, an der Hafenpromenade ist das Kopfsteinpflaster für Menschen mit Rollstuhl, Kinder-, Bollerwagen oder Rollator begradigt. Die Innenstadt ist weitestgehend autofrei: der Verkehr wird großzügig um den Ortskern herumgelenkt.

Menschen flanieren zur besten Arbeitszeit gemütlich im Sonnenschein oder sitzen in den Cafés, ein freier Platz schwer zu finden. Die Aalborger*innen sind ein buntes Völkchen, herrlich heterogen. Was aber vereint sind die roten Trikots fürs heutige Dänemarkspiel und die Studentenhüte der Schulabgängerinnen, die sich eine Woche lang für ihren Erfolg öffentlich feiern lassen. Zu Recht.

Kleine Boote dümpeln auf dem Wasser, die Brücken heben sich gemächlich jede halbe Stunde zur Durchfahrt der größeren Schiffe.

Ein Kreuzfahrtschiff liegt gegenüber des Utzon-Centers: letztes Projekt des Architektens Jorn Utzon, der auch die Oper von Sydney entwarf. Schönheit vs Gigantomanie.
Wir tippeln den gesamten Nachmittag durch die Stadt, schlecken Eis und schauen den Möwen hinterher. Sommer in Aalborg und wir sind mittendrin.
Jetzt müssen wir nur noch eine Bar auftreiben, die um neun Public-viewing veranstaltet…









