Unterwegs im Magicbus

Pier 21, Mi´kma´ki und Mäuschen

Heute machen die Globetrottels einen auf Kultur. Bevor wir von ganz vorne anfangen (wie groß ist die Hoffnung darauf, irgendwo auf dieser Reise gelebtes, indigenes Leben miterleben zu dürfen), starten wir zeitgeschichtlich einfach mal in der Mitte: auch, weil hierfür ein hochgelobtes Museum vor Ort ist. Das “Museum of immigration”, Halifax´ Sehenswürdigkeit Nr. 1 am Pier 21.

Grundsätzlich sind wir keine intellektuellen Museumsgänger, dieser Ort aber muss für uns dann doch sein: um in diesen geschichtsträchtigen Hallen möglicherweise einen zentralen Hauch vom “neueren” Wesens Kanadas zu bekommen. Nur eine kleine Idee davon, was dieses -auf den ersten Blick so bunte- Land auch ausmacht: Seine Menschen, die aus aller Herren und Damen Länder kamen und noch immer kommen. In der großen Hoffnung auf ein besseres Leben.

Ich werde mich hier nun nicht Schul-TV-artig über korrekte Infos bezüglich der Immigration Kanadas auslassen. Grundsätzlich liegen Chouchous und mein Talent einerseits darin, im Museumsmoment 100% aufrichtig und begeistert staunen zu können, grundsätzlich ist unsere Schwäche andererseits, vom vermittelten Wissen im Nachhinein noch 40% zu erinnern. Also: direkt danach. Die Quote stürzt ein paar Stunden später natürlich gnadenlos weiter in Richtung 5%, weiter erneut ins Bodenlose. Für genaue Immi-Infos Kanadas also bitte googlen. Dies ist leider kein Info-, sondern ein Emoblog.

Emotional festhalten lässt sich, dass am Eingang des Piers 21 darauf verwiesen wird, dass wir uns hier eigentlich auf Mi´kma´ki – Boden befinden. Ein kurzer Blick auf die ursprünglich in Halifax und Umgebung lebende “First nation”, die die Immigration ziemlich platt gemacht hat. Mi´kma´ki gehörte einst den Mi´kmaq People. Sowas kann sich mein Kopf komischerweise dann doch merken…
Mehr erfahren wir über First nations heute allerdings nicht. Ist ja auch kein First nations-, sondern ein Immigrationsmuseum. Über die hingegen lernen wir in diesem (passend zu seinen Menschen) informativen, interaktiven und sehr bunten Museum kurzzeitig einiges. Die verbleibenden 5% werde ich allerdings nicht verraten, denn: siehe oben.

Nachdem wir unseren Morgen mental mit den Einwandern Kanadas verbracht haben, soll der Nachmittag den baldigen Durchwandernden dieses Landes gelten: uns und unserem Bulli.
Wir bekommen ein wenig Zuwendung in Form eines Mittagsschläfchens, derMagicBus bekommt ein wenig Liebe, indem wir räumen, sortieren und ihn innen ein wenig schön machen. Caring nach wilder Atlantikquerung für alle. Und um danach bereit zu sein für eine erste Jungfernfahrt auf kanadischem Boden morgen, bereit für ein erstes Camping.

An diesem Abend genießen wir noch einmal ausgiebig T-Shirt-Raumtemperatur, geheizte sanitäre Anlagen nur einen Flur weiter und die Anwesenheit einer klitzekleinen Maus -irgendwo hier mit uns gemeinsam- in unserem Zimmer. Ein Zimmer mit vier, festen Wänden, die ab morgen nicht mehr um uns sein werden.

Die Temperatur wird weniger beständig werden, die geheizten Sanitäranlagen wegfallen. Und die Tiere, mit denen wir den Lebensraum teilen, werden ab morgen möglicherweise etwas größer sein.
Darauf freue ich mich wahnsinnig. Nix gegen das Mäuschen.

2 Kommentare

  1. Hans-Jürgen Grundmann

    Und nun geht es erst richtig los! Hinein in dieses unfassbar überwältigende Land. 30x so groß wie Deutschland und nur halb so viele Einwohner. Das muss Ei
    Ihnen ja flashen! Hinein in das Land der fünf Zeitzonen, der unendlichen Seen und Wälder, in denen sich Grizzlybären und Elche tummeln. Meere im Osten und Westen. Orcas und Delfine und indigene Menschen werden Euch begleiten. Abenteuer pur und schier nicht enden wollende Highways warten auf Euch! Kein Land für zwei/drei Monate, eher für Jahre. GUTE REISE, IHR LIEBEN 🥰!

    • Die Globetrottels

      Im Herzen bist Du mit dabei: einmal quer durch Kanada. Am Puls der Grizzlies.

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