Unterwegs im Magicbus

Blame it on the rain in Québec

Dort stehen wir also: vor den Toren der Stadt, die so unfassbar sehenswert sein soll, dass ihr selbst im dünnsten Kanadareiseführer einige Seiten gewidmet sind. Dort stehen wir also an diesem Morgen und haben so ganz und gar keine Lust, Québec zu sehen.
Sicherlich ist diese Unlust den Umständen geschuldet. Momentan dürstet uns nach Ruhe und Natur. Was also tun? Wohlwissend, dass wir niemals wieder in unserem Leben nach Québec kommen werden. Einfach links liegen lassen geht ja eigentlich auch nicht. Oder doch? Wir entscheiden uns für einen abgespackten Mittelweg. Der unaufhörliche Regen kommt uns hierbei sehr entgegen. Im Zweifelsfall: Blame it on the rain.
Wir halten die Besichtigung kurz und ohne konkrete Anlaufpunkte. Einfach schnell rein, flott umschauen und schnell wieder raus. Für gar nicht rein sind wir dann trotzdem noch einen Hauch zu restneugierig.

Québec im Regen – ist ganz nett. Bunte Häuser, szenige Lokale, wir trinken Kaffee im angesagtesten Baristacafé der Oberstadt, kriegen unterm Tisch einen gewischt, weil Stromkabel offenliegen. Anyway, vielleicht hilft das gegen die Regenstimmung. Mini-EKT für die Globetrottels.

Mit Hipster-WLAN buchen wir zwischen Double Shot-Cappucchino und Parmesansalat den Campingplatz für heute Nacht. Im siebten Anlauf klappt das, wir erhalten eine Buchungsbestätigung, die uns Google mit »Nervenzusammenbruch« übersetzt. Ehrlich. So etwas kann man sich ja nicht mal ausdenken, wenn einem zum Scherzen zumute wäre…

Über verregnete Kopfsteinpflastergassen schlurfen wir noch zur Basilika Notre-dame, um ein großes Kerzchen anzuzünden. Das Wichtigste, das in dieser Stadt für uns zu tun ist. Danach lassen wir Québec wieder Québec sein; wohlwissend, dass wir dem alten »Stadacona« mit unserem Besuch natürlich nicht gerecht geworden sind.

Trotz allem ist es schon wieder später Nachmittag, als wir auf dem Campingplatz am Flussufer des Saint-Laurent-Stroms einrollen. Dank Gott regnet es noch immer: wir dürfen uns also den Rest des Tages dem Nichtstun widmen.
Nichtstun, Kräfte bündeln, zu uns kommen – und das gute WLAN nutzen, in der Hoffnung, dass hierüber nur gute Nachrichten einströmen.

3 Kommentare

  1. Klaus

    Regen macht dich weiche Haut … das Bild mit Blick aus dem Bus auf den Fluss ist ja ein Gemälde!!! Das würde ich mir glatt an die Wand hängen.

    • Klaus

      Deutsche Sprache ist nicht so einfach, wenn das Handy korrigiert.
      „Regen macht doch weiche Haut“

    • Chérie

      Lieber Klaus! Das ist gut zu wissen. Dann kann ich endlich meine Nachtcreme absetzen. 😉 Aus einem verregneten kanadischen Wald, Deine Globetrottels, die sich über jeden Kommentar wirklich riesig freuen (auch, wenn wir erst später antworten)

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